Joachim Held. Quelle: pr
Joachim Held

Der geheime Prinz

Lautenist Joachim Held
und seine adlige Herkunft

Vom Kinderheim über die Adoptivfamilie auf Mailands Konzertbühne. Die Vita von Joachim Held, Deutschlands bekanntestem Lautenisten, liest sich spannend wie ein Krimi. Seine nun erscheinende Autobiografie handelt von seinem jahrzehntelangen Geheimnis: Er ist adlig.

 
 
 

Zunächst war Prinz Eduard von Anhalt skeptisch. Er bekomme häufiger Anrufe von Leuten, die behaupten, sie seien mit ihm verwandt, so die Auskunft des Prinzen. Doch in diesem Fall war es kein Scherz. Joachim Held, einer der bedeutendsten deutschen Lautenisten, ist tatsächlich sein Neffe, ein waschechter von Anhalt, ein Prinz.

Dennoch klingt es unglaublich, was Held da am Telefon erzählt: dass er das uneheliche Kind von Prinzessin Marie-Antoinette von Anhalt ist. Sie schob den ungewollten Sohn direkt nach dessen Geburt 1963 in ein Kinderheim ab. Jeglicher Kontakt zur Familie brach ab. Erst mit fünf Jahren wurde Held von einer Adoptivfamilie aus dem Heim erlöst.

Internationaler Erfolg als Künstler

Die neuen Eltern förderten die musikalische Begabung des jungen Joachim von klein auf. Die ersten Töne auf der Laute lernte er in der Schweiz. Der internationale Durchbruch auf dem Zupfinstrument gelang dann 1990.

Seitdem spielt Joachim Held mit den besten Orchestern der Welt und tritt als Solist von Mailand bis London in allen großen Konzertsälen auf. 2006 erhielt er den begehrten Echo-Klassik-Preis - als erster Lautenspieler überhaupt. Und als Lehrer am Königlichen Konservatorium Den Haag gibt er sein Wissen seit 2007 an den Nachwuchs weiter.

30-jähriges Geheimnis

Während all dieser Jahre behielt Held das Geheimnis seiner Herkunft für sich, obwohl er bereits mit 15 von seinem blauen Blut erfuhr. "Ich hatte Angst, abgelehnt zu werden. Das ist ein Grundtrauma, wenn man weggegeben wird." 2007 sorgte schließlich ein Zufall dafür, dass der mittlerweile weltbekannte Künstler den Mut fand seine Familie zu kontaktieren.

Wie war der erste Kontakt mit dem adligen Bruder? Was bedeutet Verwandtschaft? Wie viel von meiner Familie trage ich in mir? Diesen Fragen geht der Musiker in seiner Autobiografie "Und plötzlich war ich adlig" auf einfühlsame und offene Weise nach.

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Buchtipp

"Und plötzlich war ich adlig" von Joachim Held
Verlag Ehrenwirth 2009, 222 Seiten
EAN: 978-3431038033, broschiert

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CD-Tipp

"Stille Nacht - Deutsche Weihnachtslieder"
Interpreten: Joachim Held - Laute, Bettina Pahn - Sopran
Hänssler Classic im SCM-Verlag GmbH